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2002

Psychotherapie der Schizophrenie – Vorwort

von Ernst Federn



Aus Psychotherapie der Schizophrenie. Rückblick auf eine 50-jährige Arbeit als Psychoanalytiker und Supervisor in psychiatrischen Institutionen (2002), herausgegeben von Norman Elrod, S. xv.

Norman Elrods Krankengeschichten schizophrener Patientinnen und Patienten und ihrer Behandlung sind immer mit grösstem Interesse zu lesen und weisen einen Weg für den klinischen Psychotherapeuten. Nun erscheint ein Buch, in dem wir nicht nur von Fällen des Herausgebers er­fahren, sondern auch von anderen Personen, die ähnlich wie der Heraus­geber gearbeitet haben. Die Fallstudien zeigen – einige mit eindrückli­chen Katamnesen – verschiedenartige Versuche, psychisch schwer kran­ken Menschen zu helfen, eine Hilfe, die anscheinend stark mit der Per­sönlichkeit der Person, die die Verantwortung für die Therapie trägt, zu­sammenhängt. Die Arbeit kann sehr aufwendig sein und braucht meistens Zeit: Es ist klar, dass ohne einen solchen vollen Einsatz eine Behandlung der Schizophrenie mittels Psychotherapie nicht wirkt.

Von einigen Erfolgen wird berichtet. Aber wir lesen auch von Fällen mit fehlenden sozialen Besserungen, bei denen der erhoffte Erfolg aus­blieb.

Falls eine solche Psychotherapie gegen Bezahlung versucht wird – einige der hier beschriebenen Therapien liefen unentgeltlich – fehlt dem Kostenträger meistens das Wissen und vor allem das Verständnis für die Anforderungen dieser fortschrittlichen Psychiatrie. Der Herausgeber möchte diesem Mangel an Wissen und Verständnis abhelfen und hat einige Schriften ins Buch aufgenommen, die Einsicht in die Theorie der Therapie, die Verläufe von Therapien und die Weltanschauungen der Be­rufstätigen auf diesem Gebiet vermitteln.

Auch wenn dieses Buch aus verschiedenen Gründen die Fachleute in der Psychiatrie nicht anregen wird, den Weg einzuschlagen, den die Män­ner und die Frau, die im Text berichten, gegangen sind, bleibt der Text ein Zeugnis menschlicher Begegnungen von Gesunden und Kranken, die auf einander zugehen, wobei mehr als einmal beide aus der Arbeit einen Gewinn haben.